Der Aufsatz befasst sich mit den negativen Seiten der Transformation und Zerstörung des sozialistischen, föderalen und antifaschistischen Jugoslawien. Bezogen auf Ideologie und Erinnerung wird argumentiert, dass das Konzept der »ursprünglichen Akkumulation des nationalen Gedächtnisses« nützlich sein kann, um zu verstehen, wie die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen durch »mnemonische Kriege« in den späten 1980er-Jahren angeheizt und intensiviert wurden. Was früher – in der öffentlichen Erinnerung und im Geschichtsdiskurs – als antifaschistischer Konsens des ehemaligen Staates galt, wurde durch den nationalistischen Revisionismus infrage gestellt, der sich entweder als nationale Versöhnung (der Versöhnung von Faschist:innen mit Antifaschist:innen in der jeweiligen Nation) oder als offene Rehabilitierung der lokalen faschistischen Kollaboration manifestierte. Der vorherrschende Revisionismus zeichnete sich durch eine offen negative Haltung gegenüber der Vergangenheit Jugoslawiens, dem Sozialismus und den Partisan:innen aus und organisierte sich in den frühen 1990er-Jahren um performative Gedenkaktionen von unten – von der ikonoklastischen Zerstörung von Denkmälern des Sozialismus und der Partisan:innen bis hin zur Umbenennung von Straßen und zur Vernichtung von Büchern. Den zentralen Teil des Aufsatzes bildet die Analyse des scheinbar humanistischen Konzepts der öffentlichen Erinnerung, der nationalen Versöhnung, im slowenischen Kontext. Sie war Ende der 1980er-Jahre bereits zu einem großen nationalen Erinnerungsprojekt geworden, das auf eine Heilung der Nation abzielte. Die Abkehr vom Ausgleich der auf die Vergangenheit bezogenen Leidenschaften und Antagonismen wurde zu einem Schlachtruf, zu einem wesentlichen Teil der mnemonischen Kriege. Der Aufsatz analysiert ein Denkmal im Zentrum von Ljubljana, das an die Opfer aller Kriege erinnert und die problematische ideologische Grundierung bei der Gleichsetzung von Faschist:innen und Antifaschist:innen im Namen der versöhnten Nation offenbart. Die Nationalisierung der Erinnerung im postjugoslawischen Kontext ist eine Antwort auf die öffentliche Erinnerung und bietet einen Rahmen für ethnische Säuberungen und Kriege.
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